Bericht

Digitalisierung

Ovenhausen wird zum Vorbild

ein Mann und vier Frauen sitzen in einem SaalGemeinsam in Berlin (v.l.) : Hans-Werner Gorzolka (Kirchenvorstand), Eva M. Welskop-Deffaa (Vorstand Deutscher Caritasverband), Martina Werdehausen, Martina Voss (CKD Ovenhausen) sowie Heidrun Wuttke (Projekt Smart Country Side) beim Fachforum „Das Sorgende Dorf in einer digitalen Welt“Martina Werdehausen

Von Simone Flörke (Neue Westfälische)

Ovenhausen/Berlin. Was sie von ihrem erfolgreichen Auftritt beim Zukunftsforum "Ländliche Entwicklung - Gemeinsame Aufgabe für Staat und Gesellschaft" des Bundeslandwirtschaftsministeriums auf der Grünen Woche in Berlin mitnehmen? Hans-Werner Gorzolka muss nicht lange überlegen: "Das Ehrenamt braucht das Hauptamt als professionelle Unterstützung."

Gemeinsam mit Martina Voss und Martina Werdehausen von der heimischen Caritas Konferenz warb der Ovenhäuser, auch Kreisheimatpfleger, im Kirchenvorstand seines Heimatdorfes und im Projekt Smart Country Side für dien Zukunft des ländlichen Raumes engagiert, unter anderem bei Foren wie "Das Sorgende Dorf in einer digitalen Welt" und am Messestand für pfiffigen Ideen für die Dörfer der Zukunft. Wie Dorf-App, Kirchen- App oder Fürsorge-App. "Wir haben viele Gespräche geführt und Gedanken ausgetauscht", sagte er kurz vor der Rückfahrt in den Kreis Höxter im Gespräch mit der NW zufrieden. "Es hat sich gelohnt."

"Wir hatten die Chance, uns bei zwei, drei Foren zu präsentieren - unter anderem bei dem mit 180 Teilnehmern bestbesuchten Forum überhaupt", sagt Gorzolka mit Stolz in der Stimme. Zum Einstieg hatten sich Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner unter dem Motto "Lust aufs Land" beim Zukunftsforum informiert. Steinmeier forderte nachdrücklich gleichwertige Lebensverhältnisse in städtischen und ländlichen Räumen und nannte ein flächendeckendes schnelles Internet als "unabdingbar". Klöckner lobte die Innovationskraft der ländlichen Räume mit ihren anpackenden Bürgern, hob das Projekt Smart Country Side bei der Gesellschaft für Wirtschaftsförderung im Kreis mit seinen Projekten im Bereich der Digitalisierung, Energiewirtschaft, Selbstversorgung und Partizipation hervor.

2 Frauen und ein Mann sitzen an einem StandMartina Voss und Martina Werdehausen bringen ihr Projekt an den MannM. Werdehausen

"Wir sind auf unserem guten Weg bestätigt worden", betont Hans-Werner Gorzolka. Doch habe man durchaus auch wahrgenommen, dass das Ehrenamt allein diesen Weg nicht weiter beschreiten könne. "Zu viel, zu viel zumuten, sich verzetteln bei Vergaberecht, die Zähne ausbeißen an Förderprogrammen": Dies nannte er als Gefahren, die man erkannt habe. Zwar seien auch andere auf diesem Weg, beispielsweise bei den App-Angeboten. "Doch sind wir viel solider unterwegs, sind mit unseren Musterdörfern oder der Ausbildung der Digitalexperten, für die wir auch den Innovationspreis erhalten haben, ganz vorn. Das hat für Aufsehen gesorgt." Nun brauche es aber eine Verstetigung: "Wir dürfen nicht nur drei Jahre lang ein Feuer entzünden. Das Ganze muss nachhaltig und zukunftsfähiggestaltet werden."

Wie sich ein Auseinanderdriften von Stadt und Land und der Regionen verhindern lässt, diskutierten rund 2.000 Akteure beim Zukunftsforum Ländliche Entwicklung. Dem Projekt Smart Country Side (SCS), das in den Kreises Höxter und Lippe umgesetzt wird, ist es gelungen, trotz großer Nachfrage anderer gleich zwei Fachforen des Zukunftsforums mit renommierten Kooperationspartnern auszurichten. Das erste Fachforum beschäftigte sich mit dem Thema "Sozial braucht digital: Ehrenamt und Digitalisierung für innovative ländliche Entwicklungen". Der heimische CDUBundestagsabgeordnete Christian Haase führte in das Thema ein. Anschließend diskutierten Experten, inwiefern die Nutzung digitaler Medien und Plattformen das nachbarschaftliche Miteinander und eine Vernetzung der Bürger und Dörfer fördert. Und sie loteten die Möglichkeiten von bürgerschaftlichem Engagement und Digitalisierung aus.

Eine Gruppe sitz auf einem Podium am Tisch, im Hintergrund eine LeinwandDie CKD Ovenhausen präsentiert sich auf der grünen WocheM. Werdehausen

Bei dem zweiten Fachforum zum Thema "Das Sorgende Dorf in einer digitalen Welt"hieltendieVorständeder Diakonie und der Caritas Deutschland Impulsvorträge. Nach der Expertenrunde zu den Chancen der Digitalisierung für solidarische Gemeinschaften stellten die Bürger aus dem Smart Country Side-Modellort Ovenhausen ihre "digitale Fürsorge-Plattform" vor, die sie im Projekt entwickelt haben und mit der Dorfgemeinschaft erproben. Ovenhausen wurde von der Caritas Deutschland ausgewählt, ein Referenzort für ihre Jahreskampagne 2019 zu sein.

Dorf-Digital-Experten
Vermittelt durch SCS und die guten Kontakte zur Akademie für Ehrenamtlichkeit Deutschland mit Sitz in Berlin nimmt Martina Werdehausen als Dorf-Digital-Expertin (DDE) auch am bundesweiten Projekt der Akademie Volisco teil, bei dem eine E-Learning-Ehrenamts-Plattform für Vereine im ländlichen Raum aufgebaut wird. Der zweite teilnehmende DDE ist Florian Rode aus Amelunxen. Beide werden sowohl per Skype als auch mit Vor- Ort-Präsenz am Projekt teilnehmen. (nw)

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12. Zukunfstforum ländliche entwicklung in Berlin mit Beteiligung des Bundespräsidenten Projekt Smart Country Side mit zwei Fachforen zum Thema Digitalisierung dabei

Höxter-News vom 19.1.

Was andere Dörfer von Ovenhausen lernen sollen

Neue Westfälische vom 19.1.