Bericht

Jubiläum

Not erkennen und helfen

Vier Frauen mit Blumen in der HandDie Gründerinnen der Caritas-Konferenz, hier bei einer Ehrung 2002: Marianne Poggel (von links), Annemarie Brauckmann, Erna Kruse, Anni Lütkhoff.Archiv Westfälischer Anzeiger

Rhynern - "Not erkennen und helfen." Dieser Leitsatz begleitet die tägliche Arbeit der Caritas-Mitarbeiter. Und" dafür müssen sie nicht unbedingt weit über den Tellerrand hinausblicken. Hilfe wird auch in der direkten Nachbarschaft benötigt. Schnell, diskret, unbürokratisch. Und dabei geht es nicht immer um finanzielle Hilfe. Auch die seelische Armut, die Einsamkeit gehört dazu. Auch deshalb bietet die Caritas- Konferenz durch Besuchsdienste und Gruppenarbeit auch Gemeinschaft, Unterhaltung und Freundschaft.
Die vielen guten Taten bleiben zumeist unbemerkt. Zum einen, und das ist das oberste Gebot, weil Diskretion und Anonymität ein wichtiger Bestandteil der Hilfe vor Ort ist. Zum anderen, weil die bescheidenen Mitarbeiter gar nicht in den Mittelpunkt rücken wollen. Dass ihre Arbeit sehr wohl aber von vielen wertgeschätzt wird, brachte ein Gemeindemitglied jüngst auf den Punkt: "Ihr von der Caritas seid diejenigen, diem der Kirchengemeinde noch richtig etwas bewegen."
Wo und wie sind bzw. waren die Caritas-Mitarbeiterinnen aktiv?

Reginenhaus

Der Besuchsdienst bei den alten Menschen gehörte schon immer zu den wichtigen Säulen der Arbeit. Seit 1982 finden diese Besuche in enger Zusammenarbeit mit der evangelischen Frauenhilfe am Ort statt. Aber auch darüber hinaus sind die Mitarbeiter der Caritas im Reginenhaus aktiv, sei es bei der Arbeit in der Cafeteria, bei der Gottesdienstbegleitung, bei Spiel und Spaß oder bei Kleinausflügen.

Sportgruppen

Anni Lutkhoff (Gymnastik) und Annemie Brauckmann (Sitztanz) boten jahrelang Bewegung an. Noch heute gibt es die musikalische Gymnastik-Stunde als Sitztanz im Pfarrheim. Brauckmanns Enkelin Andrea Benecke leitet sie alle 14 Tage im Pfarrheim.

Seniorennachmittag

Seit 1987 gibt es ohne Unterbrechung die Seniorennachmittage unter der Leitung von Hildegard Hotze. Einmal im Monat treffen sich ältere Mitbürger im Pfarrheim zu einem abwechslungsreichen Programm.

Altenstube

Von 1992 bis 2003 gab es die Altenstube im Pfarrheim unter der Regie von Ida Plattfaut. Bei Kaffee und Kuchen erlebten die Besucher einen geselligen Nachmittag, manchmal auch mit Programm. Mangels Teilnehmer wurde das Angebot eingeeingestellt.-

Franziskusküche

Seit 1994 hilft die Rhyneraner Caritas-Konferenz in der Armenküche mit. Zweimal jährlich für eine Woche sind Mitarbeiterinnen dort tätig. Gisela Hömberg organisiert diese Einsätze. Darüber hinaus gibt es eine finanzielle Unterstützung.

Hausaufgabenhilfe

Von 1995 bis 1997 führte die Caritas-Konferenz in Absprache mit der Cari-Orff-Schule eine Hausaufgabenhilfe durch. Mangels Teilnehmer musste dieses Angebot eingestellt werden. Brunhilde Treppenhauer kümmerte sich noch eine Zeit lang in privaten Räumen um den "Nachhilfeunterricht", unter anderem für Kindern aus bosnischen Familien.

Kleiderkammer

Eine Erfolgsgeschichte ist die Kleiderkammer seit 2002. Sie nehmen Kleidung, Bettwäsche, Porzellan, Handtücher, Koffer usw. an, um dies anschließend an Bedürftige für einen kleinen Geldbetrag weiterzugeben. Zunächst war die Kammer hinter dem Bürgeramt untergebracht, seit 2012 im ehemaligen Mühlenhof im Gewerbepark. Von dem Erlös kann die Caritas viele Löcher stopfen. Zudem kommt das Geld Bedürftigen zugute, indem zum Beispiel Bekleidungs- oder Lebensmittelgutscheine gekauft werden können. Die Leitung hat derzeit Hiltrud Schulze.

Aktion Schulmaterial

Seit einigen Jahren bietet die Caritas Familien in Rhynem Unterstützung bei der Beschaffung von Schulmaterialien an, was gerade zum Schulstart eine willkommene Finanzspritze ist.

Seniorenfrühstück

Jahrelang im Reginenhaus, mittlerweile im Pfarrheim, wird das Seniorenfrühstück der Stadt Hamm angeboten. Die Caritas, insbesondere in Person von Margret Rüter, ist an der Durchführung der Veranstaltung beteiligt.

Besuchsdienste

Eine sehr wichtige Aufgabe des caritativen Dienstes ist der Besuch von alten und kranken Menschen zu Hause und auch im Krankenhaus. Hier sind besonders viele Mitarbeiter im Einsatz. Im Jahre 2010 hatte die damalige Vorsitzende, Ursula Iseke, die Zahlen zusammengeschrieben: Zu Ostern wurden 130 Menschen besucht, zu besonderen Geburtstagen und Hochzeiten 140 und zu Weihnachten 240.

Aktion Kinderherzen

In Zusammenarbeit mit dem ökumenischen Frauenkreis und der Lindenapotheke werden seit 2007 zu Weihnachten Kinderwünsche bedürftiger Familien erfüllt. Jedes Jahr sind dies 80 bis 120 Wünsche. Darüber hinaus kommen bei dieser Aktion Geldspenden zusammen, die im Laufe des Jahres vielerorts eingesetzt werden können.

Allgemeine Hilfe

"Wir lassen keinen im Regen stehen" lautet das Motto. Das ganze Jahr über werden Menschen auf unterschiedliche Weise unterstützt. Hier zeichnet sich die ehemalige Vorsitzende Ursula Iseke als Helferin mit einem enormen Netzwerk aus. Zum Beispiel wird Kindern die Teilnahme an einer Ferienfreizeit der Kolpingjugend finanziert.

Haussammlungen

Viele Mitarbeiter machen sich zum Ende jedes Jahres aufden Weg, um Spenden zu sammeln. Dies geschieht unter anderem direkt an der Haustür sowie über Überweisungen.

drei Menschen hängen Sterne an einem Gestell aufEine Erfolgsgeschichte: Die Weihnachtsaktion "Kinderherzen sollen lachen" der Caritas-Konferenz Rhynern startete 2007.SZKUDLAREK, Westfälischer Anzeiger

Geschichte

Ende der 1960er Jahre gab die Diözese in Paderborn den Anstoß. Neben einer Frauengemeinschaft kfd (Bildung) sollte auch eine Caritas für die soziale Arbeit vor Ort existieren. Mit Erna Kruse, Annemane Brauckmann, Marianne Poggel und Anni Lütkhoff fand sich ein Quartett, das diese Aufgabe mit viel Engagement und Herzblut übernahm. Zunächst galt es vor allem, Vertrauen zu gewinnen. Mit viel Fingerspitzengefühl bauten die Frauen, die später von weiteren Mitarbeiterinnen unterstützt wurden, die Caritas-Konferenz auf. Erste Vorsitzende war Erna Kruse von 1969 bis 1994. Es folgten Ursula Iseke und Helga Görres, die heute Vorsitzende ist. Unterstützt wird sie in der Vorstandsarbeit von Bärbel Jürgens, Angelika Saarbeck und Angelika Bohnenschäfer. Das Vorstandsteam kann auf 32 aktive Mitglieder zählen, zudem gibt es weitere Mitarbeiter in verschiedenen Funktionen.

JUBILÄUMSPROGRAMM

Motto: "Wir lassen keinen im Regen stehen"
28. Februar: Aktion der Sitztanzgruppe mit der Kinderfunkengarde.
19. März: Mitgliederversammlung der Konferenz
9. April: Kreuzbetrachtung in der Pfarrkirche.
16. Mai: Projekt mit der Carl.-Orff-Schule: Schulgottesdienst und Besuch in der Kleiderkammer.
21. Mai: Treffen der Konferenz mit ehemaligen Mitarbeiterinnen sowie Vertretern der evangelischen Frauenhilfe, der Konferenzen Berge, Westtünnen und Liebfrauen. Gespräche und Diashow.
19. Juni: Kleiderkammer-Aktion mit Waffelbacken
8. September: Beteiligung am Pfarrfest mit verschiedenen Aktionen. Ein Luftballonkünstler wird für die Kinder bestellt.
1. Oktober: Der Seniorenausflug findet als Bustour mit Stadtbesichtigung statt. Das Angebot ist offen für alle Senioren im Stadtbezirk.
November: Aussendung aller Sammler und Sammlerinnen.
28. Dezember: Öffentliches Singen von Weihnachtsliedern unter der Kastanie zwischen Pfarrheim und Reginenhaus.

 Quelle: Jörg Beuning, Westfälischer Anzeiger