Gottesdienste an besonderen Orten
Open-Air Gottesdienst auf dem Betriebshof der Fa. Lindenschmidt UmweltserviceCKD Kreuztal
So feiern wir miteinander Gottesdienste auf öffentlichen Plätzen, im Tanzcafé, im Kino, im Wald und an Orten der Arbeitswelt. Zu Beginn des Gottesdienstes wird die Besonderheit des Ortes vorgestellt, im Gottesdienst selbst wird dieser Ort aus christlicher Sicht in den Blick genommen. Nach den Gottesdiensten stehen Führungen, Betriebsbesichtigungen o.Ä. an, so dass die Besucher die Besonderheit des jeweiligen Ortes näher kennenlernen und erfahren können. Unsere Motivation ist es, die Menschen in ihren jeweiligen Lebenslagen, in ihre Arbeits- und Freizeitwelt kennenzulernen und unser eigenes christliches Handeln zu reflektieren. Dabei steht die unantastbare Würde des Menschen als Geschöpf Gottes im Mittelpunkt.
In diesem Jahr steht das Thema Bewahrung der Schöpfung im Vordergrund. Die Bedeutung des Umweltschutzes, der Erhaltung und Bewahrung der natürlichen Lebensgrundlagen und der Gesundheit aller Lebewesen ist inzwischen vielen ein Anliegen. Passend zum Thema waren wir zunächst Ende April auf den Betriebshof der Fa. Lindenschmidt Umweltservice in Kreuztal; wir waren an einem Ort zu Gast, an dem es um Recycling, Wiederverwertung und Entsorgung geht. Denn hier werden täglich Materialien zur Wiederverwertung angeliefert, nachbehandelt und soweit möglich auch wieder unseren Stoffkreislauf zugeführt.
Zwei Recyclingkreuze: Hergestellt aus einer alten Holzpalette (li) und aus Messingschrott (re., Leihgabe von missio Aachen)CKD Kreuztal
Der Gottesdienst wurde mit den Worten "Im Namen Gottes, der uns die Welt als Garten anvertraut hat, im Namen des Sohnes, der die Last der Welt am Kreuz trug und im Namen des Hl. Geistes, der uns die Kraft zur Umkehr schenkt" eröffnet. In der Genesis ist zu lesen "Macht euch die Erde untertan"; damit ist aber nicht Unterwerfung gemeint, sondern die Verpflichtung der Christen, sich um die Schöpfung zu sorgen, sie zu bewahren und zu schützen, anders gesagt, die gute lebensspendende Ordnung zu pflegen und zu erhalten.
Mit einem aus einer achtlos weggeworfenen alten Holzpalette recycelten Kreuz wurden die Teilnehmer in das Thema Recycling und Wiederverwertung eingeführt: Ein Recyclingkreuz sowohl Mahnmal als auch Hoffnungszeichen.
Ein zweites Recyclingkreuz aus Messing, das aus Elektroschrott von einer Schrotthalde in Accra (Ghana) von einem ghanaischen Künstler hergestellt wurde, erzählte seine Geschichte selbst:
Werkbesichtigung mit den Geschäftsführern der Fa. LindenschmidtFa. Lindenschmidt
"Ich war nicht immer ein Kreuz. Ich bin ein Geschöpf aus Feuer, Gift und fernen Tränen. Einst war ich nichts als kaltes Messing in euren Maschinen, ein namensloses Teil. Dann wurde ich zum Abfall degradiert und weggeworden. Ich landete in einem Container und überquerte Meere. Mein Ziel war Accra in Ghana. Dort unter dem rußschwarzen Himmel, lag ich im Schlamm, ich war Schrott, der zum Himmel stinkt. Ich war das hässliche Ende Eurer Gier. Doch dann spürte ich Hände, die rauen Hände eines Müllsammlers. Er holte mich aus dem Dreck, er bog mich in diese Form. Er gab mir Arme, die sich weit ausstrecken wie zum Schrei, aber auch wie zur Umarmung. … Ich bin mehr als nur Kunst. Aus dem Müll der Welt geschaffen, stehe ich heute vor euch als Mahnmal und als Versprechen. Ich bin der Beweis, dass das nichts und niemand jemals wertlos ist …" (vgl. missio: "Gott wirkt durch das unscheinbare")
besondere EinblickeFa. Lindenschmidt
Im Anschluss an den Gottesdienst lud Geschäftsführer Christoph Lindenschmidt zu einer Werksbesichtigung ein. Als mittelständisches Entsorgungsunternehmen mit Sitz in Kreuztal verfügt es über eine eigene chemisch-physikalische Behandlungsanlage für Sonderabfallstoffe und ist zudem ein autorisiertes Fachlabor, das allen heutigen Anforderungen an die Abfallanalytik gerecht wird.
Mit ihrer Arbeit setzt sich die Firma seit vielen Jahren aktiv für den Umweltschutz ein und beweist, dass Ökologie und Ökonomie miteinander funktionieren können. Aus Rückständen von Verarbeitungsprozessen werden Stahl, NE-Metalle und Kunststoffe gewonnen. Und aus heizwertreichen Abfällen werden Ersatzbrennstoffe gewonnen, die für den eigene Bedarf eingesetzt werden, überschüssige Wärme wird u. a. zum Heizen der Bürogebäude genutzt. Insgesamt wird eine Recycling-Quote von 75 % erreicht!
Alfons Goris, CKD Kreuztal