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Stand: 04.12.2015

Pressemitteilung

Wappnen für den Tsunami

Diskutierten Vor- und Nachteil der Digitalisierung für die ehrenamtliche Arbeit der Caritas-Konferenzen im Erzbistum Paderborn (von links): der CKD-Vorstand mit Elisabeth Garbes (Lübbecke), Renate Loeser (Delbrück), der Vorsitzenden Helga Gotthard (Dortmund), Leonie Jedicke (Bad Arolsen), Referentin Nicola Röhricht, der stellvertretenden Vorsitzenden Brigitte Lutter (Arnsberg), CKD-Geschäftsführerin Annette Rieger (Paderborn), Elisabeth Adler (Menden) und Sabine Bierhoff (Niederense).Diskutierten Vor- und Nachteil der Digitalisierung für die ehrenamtliche Arbeit der Caritas-Konferenzen im Erzbistum Paderborn (von links): der CKD-Vorstand mit Elisabeth Garbes (Lübbecke), Renate Loeser (Delbrück), der Vorsitzenden Helga Gotthard (Dortmund), Leonie Jedicke (Bad Arolsen), Referentin Nicola Röhricht, der stellvertretenden Vorsitzenden Brigitte Lutter (Arnsberg), CKD-Geschäftsführerin Annette Rieger (Paderborn), Elisabeth Adler (Menden) und Sabine Bierhoff (Niederense).Foto: cpd / Jonas

Für die Förderung der Teilhabe älterer Menschen an der digitalen Welt setzt sich der Diözesanrat der Caritas-Konferenzen (CKD) im Erzbistum Paderborn ein. Bei einer Tagung in der Katholischen Akademie in Schwerte verwies Gastreferentin Nicola Röhricht von der Bundesarbeitsgemeinschaft für Seniorenorganisationen (BAGSO) auf die geschätzt 12 bis 17 Millionen überwiegend älteren Menschen in Deutschland, die keinen Zugang zum Internet haben und damit von vielem ausgeschlossen seien. Neueste Studien zeigten, dass die sogenannten "Offliner" nicht mehr vornehmlich von Sicherheitsbedenken oder Ängsten vom Internet ferngehalten würden. "Ihnen ist vielmehr der persönliche Mehrwert nicht klar, den das Internet haben kann", sagte Nicola Röhricht. Den CKD-Diözesanrat als Vertretung von rund 17.000 Ehrenamtlichen im Erzbistum Paderborn rief sie dazu auf, vor Ort die Medienkompetenz älterer Menschen fördern zu helfen, etwa mit Hilfe des Materials des "Digital-Kompass" von BAGSO und Verbraucherschutzministerium (www.digital-kompass.de). Darüber hinaus fordere die BAGSO, der Staat müsse den Zugang zum Internet als Element der öffentlichen Daseinsvorsorge sichern. Ein flächendeckendes WLAN, kostenlose Nutzung ohne Freigabe persönlicher Daten sowie die Verhinderung von Nachteilen für Offliner seien nötig, um Senioren umfassende Teilhabe digital wie auch analog zu gewährleisten. 

Dass die Digitalisierung sämtliche Lebensbereiche erfasst, die Arbeitswelt und auch den privaten Lebensraum, verdeutlichte Ägidius Engel, Referent für Ethische Bildung beim Diözesan-Caritasverband Paderborn. Die sogenannte "Vierte Industrielle Revolution" komme mit Riesenschritten "wie ein Tsunami" auf die Menschen zu und lasse kaum Zeit für ethische Fragen. An zahlreichen Beispielen verdeutlichte Engel zunächst die bevorstehenden Veränderungen und erklärte wichtige Begriffe der Transformation: Big Data, Robotic, Künstliche Intelligenz, Algorithmen und das Internet der Dinge (IoT). Die rasanten technischen Entwicklungen würden knifflige Fragen bereithalten, war sich Engel sicher. "Werden die technischen Systeme und Roboter mit der menschlichen Autonomie in Konkurrenz geraten?", fragte Engel. Welche Fähigkeiten und sozialen Bindungen gehen verloren, wenn autonome Systeme die menschliche Arbeit verdrängen? Brauchen und wollen wir Pflegeroboter? Wieviel technische Anwendung in einer Wohnumgebung beispielweise bei Menschen mit Demenz muss oder soll sein? Der Theologe und langjährige Pressesprecher des Erzbistums mahnte, die Folgen der total vernetzten Welt nicht zu unterschätzen und den digitalen Wandel unbedingt sozial mitzugestalten.

Bei allen Veränderungen der Lebenswelt stehe nach wie vor der Mensch im Mittelpunkt der ehrenamtlichen Arbeit der Caritas-Konferenzen, betonte die CKD-Diözesanvorsitzende Helga Gotthard. "Wir sehen und hören, dass es jemandem nicht gut geht, dass er in Not geraten ist und wir sprechen mit ihr oder ihm und suchen gemeinsam nach Lösungen. Und wir tun das mit ganzem Herzen."

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